Auwaldzecke

Zecken sind weltweit verbreitete Parasiten, die sich vom Blut von Wirbeltieren ernähren. Das Problem daran ist, dass Zecken während des Blutsaugens als Überträger von Krankheitserregern fungieren. Doch welche Krankheiten übertragen Zecken, welche Gebiete in Deutschland sind besonders gefährdet und wovon werden sie angezogen?

Zecken gehören zu den Milbentieren. Sie sind daher sehr klein und werden nicht häufig nicht direkt bemerkt, wenn sie sich am Wirt festbeißen. Im Gegensatz zu anderen Parasiten wie Stechmücken, hängen sie jedoch deutlich länger an ihrem Wirt, im Extremfall bis zu 15 Tagen. Während des Blutsaugens sondert die Zecke Speichel ab, der die gefährlichen Krankheitserreger enthält und direkt in den Blutkreislauf des Wirts gelangt. Welche Erreger das sein könne, hängt vor der Zeckenart ab. Die in Deutschland am häufigsten vorkommenden Arten sind der Gemeine Holzbock, sowie die Auwaldzecke.

Gemeiner Holzbock

Gemeiner Holzbock

Der Gemeine Holzbock ist die am häufigsten vorkommende Zeckenart in Deutschland. Er überträgt sowohl auf Menschen, als auch auf Tiere Borreliose und den FSME-Virus. Die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch das Virus ausgelöste Krankheit, die zur Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns führen kann. Typischerweise tritt diese Zeckenart in Wäldern, Gärten, Parks und Wiesen, zwischen März und Oktober auf.

Auwaldzecke

Auwaldzecke

Die Auwaldzecke kommt vorwiegend im Osten und Südwesten Deutschlands vor. Sie befällt überwiegend Tiere wie Hunde oder Pferde und ist daher für den Menschen ungefährlicher als der Gemeine Holzbock. Dennoch überträgt auch die Auwaldzecke gefährliche Krankheitserreger. So erkranken befallene Tiere nicht selten an Babesiose oder auch Hundemalaria genannt. Ähnlich wie bei der menschlichen Malaria sind Fieber, Müdigkeit und Gliederschmerzen Symptome dieser Krankheit. In seltenen Fällen kann die Auwaldzecke auch Menschen befallen.

Wo ist die Gefahr von Zecken am größten?

Zecken treten in ganz Deutschland bzw. Europa auf. Sie leben in Wäldern, im Unterholz, in Wiesen und Büschen. Gebiete in denen die Gefahr von Zecken besonders groß ist, gibt es daher in dem Sinne nicht. Allerdings können Gebiete kategorisiert werden, in denen die Gefahr von Krankheiten, die von Zecken übertragen werden besonders groß ist. Diese werden über die Anzahl an infizierten Personen über einen bestimmten Zeitraum gemessen. In Deutschland liegen die „Risikogebiete“ vor allem im Süden, Osten und Nordosten. In diesen Regionen wurden in den letzten 5 Jahren die überdurchschnittlich viele FSME-Erkrankungen festgestellt. Die Gefahr durch eine Zecke infiziert zu werden, besteht jedoch in ganz Deutschland.

Dass Zecken von „süßem Blut“ angelockt werden ist übrigens ein Mythos. Viel mehr werden sie von Stoffen wie Ammoniak oder Kohlenmonoxid angelockt, die sowohl im Blut von Menschen, als auch von Tieren enthalten sind. Daher befallen Zecken nicht ausschließlich Menschen.

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