Dörrobstmotten (Plodia interpunctella) sind Schmetterlinge aus der Familie der Zünsler und werden als Vorratsschädlinge kategorisiert. Darunter versteht man alle Tiere oder Organismen, die eingelagerte Lebensmittel befallen und diese unbrauchbar machen. Schäden entstehen dabei sowohl durch die Vernichtung der Lebensmittel selber, als auch durch die Kontamination mit gefährlichen Krankheitserregern. Typischer Weise befallen Vorratsschädlinge Grundnahrungsmittel wie Getreide, Mehl, Kartoffeln oder Hartweizenprodukte. Dörrobstmotten allerdings bevorzugen Trockenobst, Nüsse, Mandeln und alle Arten von Samen und Körnern. Darin unterscheiden sie sich von vielen anderen Vorratsschädlingen, u.a. von der verwandten Mehlmotte.

Aussehen von Dörrobstmotten

Dörrobstmotten werden ca. 6-9 mm lang, bei einer Flügelspannweite von 15 bis 20 mm. Der Kopf- und Brustbereich, sowie die Spitzen der Vorderflügel sind rotbraun bis bronzefarben. Dazwischen befindet sich ein grauer, bis hellgrauer Querstreifen. Mit dieser Farbvariation unterscheiden sich Dörrobstmotten deutlich von anderen Motten und Vorratsschädlingen und sind somit auch für Laien gut erkennbar. Anders verhält es sich bei den Larven, die ca. 1 mm lang werden und unauffällig weißlich gefärbt sind. Je nach Nahrung kann sich im weiteren Entwicklungsstadium die Färbung ändern.

Dörrobstmotten im gewerblichen Bereich

Dörrobstmotten stellen insbesondere im gewerblichen Rahmen ein großes Schadpotential dar. Innerhalb von kürzester Zeit können große Mengen an Lagergut befallen und vernichtet werden. Wird ein Befall bekannt, kann das auch schnell mit einem Imageverlust für das Unternehmen einhergehen. Sind lebensmittelverarbeitende Betriebe betroffen, sollte daher schnell gehandelt und professionelle Hilfe hingezogen werden. Befallene Waren müssen unbedingt vernichtet und entsorgt werden, Vorratslager können durch Begasung oder mit Phosphorwasserstoff, Kohlenstoffdioxid oder Stickstoff behandelt werden. Zusätzlich können Fallen auf Pheromon-Basis verwendet werden.

Dörrobstmotten privat bekämpfen

Bei einem Befall im privaten Rahmen ist das Vorgehen ähnlich. Sämtliche befallenen Lebensmittel sollten unbedingt vernichtet werden. Es empfiehlt sich zudem auch die Produkte zu entfernen, die in unmittelbarer Nähe zu befallenen Nahrungsmitteln gelagert werden. Die Larven können sich problemlos durch Papier oder dünne Plastikbeutel beißen und so auch ungeöffnete Produkte befallen. Sollten Sie daher nicht gerade ein Großlager besitzen, ist unsere Empfehlung vorsichtshalber alle Nahrungsmittel im betroffenen Lagerraum zu entfernen. Anschließend ist eine gründliche Reinigung und Desinfektion essentiell. Mit dem Staubsauger lässt sich zunächst sehr gut das Grobe entfernen und auch die Ritzen und Fugen aussaugen.

Zusätzlich können Sie Pheromonfallen aufstellen, welche die Motten durch ein Lockmittel anziehen. Solche Fallen können sehr effizient sein, sowohl zur Bekämpfung selber als auch zum Monitoring. Das heißt zur Kontrolle, ob eine Bekämpfung erfolgreich war. Nachteil: Die Fallen müssen über mindestens zwei Entwicklungszyklen aufgestellt werden, damit auch Motten, die sich noch im Ei- oder Larvenstadium befinden überwacht werden können.

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