Die Mehlmotte ist ein mittlerweile weit verbreiteter Vorratsschädling. Nicht nur in der Industrie, sondern auch in privaten Haushalten, nistet sie sich in Mehl, Getreide und anderen Lebensmitteln ein. Aus gesundheitlichen Aspekten ist die Mehlmotte ungefährlich. Allerdings können sie bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen. Das Schadpotential bezieht sich jedoch hauptsächlich auf Lebensmittel, die durch Verunreinigungen unbrauchbar und somit vernichtet werden müssen. Einmal befallen von der Plage, ist es nicht gerade einfach sie wieder loszuwerden. Wie es doch mit relativ einfachen Mitteln funktioniert, zeigen wir hier…

Den Befall identifizieren

Zuerst sollte man sicherstellen, dass es sich bei dem Befall auch tatsächlich um Mehlmotten handelt. Die Falter der Motte werden bis zu 14mm lang, bei einer Flügelspannweite von ca. 22mm. Die Vorderflügel haben eine blaue bis silbrig-graue Färbung mit einer dunklen, zickzack-förmigen Zeichnung. Entdeckt man solch ein Tier in der Nähe der Vorräte, sollten schnellstmöglich sämtliche Lebensmittel überprüft werden. In der Regel sind trockene Vorräte wie Mehl, Getreide, Reis, Körner, Trockenobst oder auch Futter für Haustiere betroffen. Bei einem Befall finden sich dort definitiv Motten, Larven oder deren Eier. Auch Gespinste in Regalen oder um Dosen und Gläsern sind ein Hinweis auf die Mehlmotte.

Maßnahmen zur Bekämpfung

Steht der Befall fest, führt kein Weg daran vorbei, die betroffenen Lebensmittel restlos zu entsorgen. Vorräte die nicht direkt betroffen sind, aber bei denen der Verdacht besteht, kann man 24 Stunden bei -18°C einfrieren. Durch die Kälte sterben sowohl die Larven, wie auch die Eier ab. Lebensmittel, die bereits sichtlich durch Motten befallen sind, sollten jedoch nicht auf diese Weise behandelt werden. Hautreste, Exkremente oder sonstige Verunreinigungen, machen die Lebensmittel ungenießbar. Aus hygienischen Gründen empfehlen wir auch Lebensmittel, bei denen nur der Verdacht auf einen Befall besteht zu entsorgen.

Sind alle betroffenen Vorräte vernichtet, muss der Lagerraum gründlich gereinigt werden. Dabei reicht es nicht aus, nur die Bereiche um betroffene Lebensmittel zu säubern. Für die besten Chancen auf einen Erfolg, sollte das gesamte Lager ausgeräumt und geputzt werden. Insbesondere in kleinen Zwischenräume und Ritzen, legen die Motten gerne ihre Eier ab. Achten Sie zudem auf Gespinste an Dosen, Gläsern oder ähnliches. Auch dort können die Motten ihre Eier in kleinen Spalten oder Ritzen abgelegt haben. Wir empfehlen zur Reinigung im ersten Schritt ein gründliches Aussaugen und im zweiten eine Nachbehandlung mit Essigreiniger.
Sind all diese Maßnahmen getroffen und gründlich ausgeführt worden, besteht eine gute Chance, die Mehlmottenplage loszuwerden. Besteht das Problem jedoch weiterhin, sollten Sie den Rat eines professionellen Kammerjägers hinzuziehen.

Wie kann man sich schützen?

Um einem erneuten Befall vorzubeugen, lagern Sie sämtliche neuen Lebensmittel gut verschlossen, trocken und kühl. Dazu eigenen sich fest verschließbare Plastikbehälter oder Gläser. Dünne Kunststofffolien oder Papierverpackungen beißen die Larven problemlos durch. Generell sollte man Vorräte stets dunkel und bei einer Temperatur unter 18°C lagern. Da eine Mehlmottenplage in den meisten Fällen durch Lebensmittel eingeschleppt wird, helfen Fliegengitter oder Duftstoffe zur Prävention nur selten. Auf Insektizide oder sonstige Bekämpfungsmittel sollten Sie in jedem Fall verzichten. Zum einen ist deren Wirkung für einen Laien nicht abschätzbar und zum anderen können sich die Giftstoffe bzw. Rückstände auf neu eingelagerten Lebensmitteln absetzen.

Bildnachweis: Von Andy Reago & Chrissy McClarren – # 6020 – Ephestia kuehniella – Mediterranean Flour Moth, CC BY 2.0

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